Ich esse deinen Schatten

Experimenteller Tanz trifft auf experimentelle Musik

Ein Tanz_Musik_Projekt in Anlehnung an die Schöpfungsmythen der Welt

in Kooperation mit
Beat Keller und  René Schmalz

TANZ_MYTHOS_MUSIK_OBJEKT_FEEDBACKER_TEXT_AKTION_RITUAL_STIMME_ELEK
TROAKUSTIK

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Am Anfang war kein Licht und kein Schatten
Am Anfang war keine Fülle und keine Leere
Am Anfang war kein Anfang und so auch kein Ende
Am Anfang war keine Zeit und kein Vergehen

Dann war da die Asche
Dann kam die Nacht
Dann kam der Wind und der trug die Asche in den Schoss der Nacht.
Die Nacht lächelte und gebar den Sinn.

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In 10 Bildern
an 10 Fingern abgezählt,

lassen Micha Stuhlmann und Beat Keller in ihrer jeweiligen poetischen wie eindringlichen Sprache, Klang- und Bildräume erstehen. In einem publikumsnahen Kammerspiel fügen sich 10 archaisch, rituell anmutende Bilder zu einer Erzählung vom ewigen Kreislauf zusammen.

In   «Ich esse deinen Schatten» tritt Micha Stuhlmann mit ihrem Körper in einer rätselhaften, nicht klar erfassbaren und in einer manchmal fast unerträglichen Weise in eine Wirklichkeit, in der sie sich in ihrer Zerbrechlichkeit, Unberechenbarkeit und Flüchtigkeit zeigt.
Die rituell anmutende Atmosphäre der Inszenierung verweist auf mögliche Ursprünge des Menschseins, auf dessen magisches Denken und Erleben.
Die Bildergeschichte selbst spürt im Klang wie in der Bewegung Daseinsgrenzen auf und erforscht unter anderem die Frage: Was macht das Menschsein aus?

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Im Mythos spiegelt sich die verzweifelte Suchbewegung der Menschheit nach sicheren Antworten.
„Ich esse deinen Schatten“ behauptet eine Wahrheit, die nicht zu überprüfen ist und zugleich von der „ewigen Wiederkunft“ (Friedrich Nietzsche) flüstert,
von der „zeitlosen Immer-Gegenwart“ (Thosmas Mann).
Seit Beginn der Menschheit erzählt, dichtet, malt, tönt und tanzt der Mensch sich seine ureigene Wirklichkeit, in der er lebt und stirbt.
Als Gemeinschaftswesen sammelt, kocht und erschafft er sich aus dem Filtrat verschiedener Wirklichkeiten, im Kraftfeld der Einbildung, einen Mythos – seinen Mythos, der den aufgewühlten Daseinsforscher besänftigen und trösten soll.

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In einer Art alchemistischem Prozess begegnen sich Micha Stuhlmann und Beat Keller in ihrer jeweils eigensinnigen künstlerischen Handschrift.
Beide erschaffen so Räume, präzise abgesteckt und doch offen für vielfältige Assoziationen. Gegenseitig spielen sie sich ihre Bilder zu und geben sich immer wieder dem forschenden Experiment hin.
René Schmalz begleitet diesen Prozess mit seinem erfahrenen Blick.
Gemeinsam entwickeln sie zu dritt ein entschlossenes, aussagekräftiges Kammerspiel.

Probe in der Feldmühle November 2018

Erster Arbeitsabschnitt, dokumentiert und zusammengefügt von
Jonas und Dominik Rüedi_Juli 2018