Öffentliche Proben

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EINE KLEINE GEBRAUCHSANLEITUNG ZUR ÖFFENTLICHEN PROBE

Der Erarbeitungsprozess ist das Kernstück unserer Arbeiten. Um hier Einblick zu geben, laden wir zu regelmässig stattfindenden öffentlichen Proben ein.
Wir zeigen keine schon fertigen Stücke, sondern Fragmente und Versuche. Dabei können künstlerische Strategien beobachtet und teils auch hautnah (mit-)erlebt werden. Zugleich erhält das Ensemble ein echtes, nicht nur vorgestelltes Gegenüber.

Die Zuschauenden beobachten, wie aus zufälligen Begebenheiten komplementäre Dynamiken erwachsen, was aus Momenten des „Scheiterns“ und mittels wuchernder Kreativität entstehen kann; wie sich mit minimalen Veränderungen Inhalte komplett wandeln können und was ein Perspektivenwechsel bewirkt.

Diese Unberechenbarkeit schärft die Aufmerksamkeit und Präsenz auf beiden Seiten. Die Grenzen können verschwimmen, Bühne und Alltag werden sogar manchmal deckungsgleich. Manches, was sich in einem Moment vertraut, alltäglich anfühlt oder aussieht, wird im nächsten Moment zur unbekannten Erscheinung; Fremdes kann sich plötzlich seltsam vertraut anfühlen.
Die (Selbst-)Inszenierung, längst auch schon zur Alltagserscheinung geworden, kann universelle, existentielle Themen berühren und dabei unerwartete Identifikationen ermöglichen. Der Eindruck von «Das kann ich auch!» lockt so manchen – auch in unsichere Gefielde.

Das LABORATORIUM FÜR ARTENSCHUTZ sieht sich als «Kontaktstelle» und sucht den leibhaftigen Kontakt mit den Zuschauenden. Aus der Überzeugung heraus, dass v.a. körperliches Erleben die Erfahrungen prägt, arbeiten wir nicht nur intern mittels sinnlicher Wahrnehmung und Bewegung, sondern suchen auch nach Möglichkeiten der körperlichen, sinnlichen Partizipation der Zuschauenden.

Die «öffentliche Probe» unterstützt den Kommunikationsprozess in verschiedener Beziehung: Sie entbindet das Team und Ensemble von dem Anspruch von Perfektion und gibt Einblicke in Prozesse, die sonst unsichtbar sind.

Meist finden nach den Proben Gespräche statt. Die Teilnehmenden (Publikum wie Ensemble und künstlerische Leitung) tauschen sich aus, geben Feedback und stellen Fragen, was Einfluss auf die weitere Entwicklung der Inszenierung nimmt.

Das Bühnenbild ist reduziert – keine, oder nur spärliche Requisiten, die für den Transport von bestimmten Inhalten notwendig sind, kein Lichtaufbau, keine Kostüme. Diese Reduktion rückt den Menschen an sich ins Rampenlicht.

Interessierte meldet euch! Der Probenbesuch ist gratis. micha@ko-koo.com Wir freuen uns auch über Beiträge, Fragen, Tipps, Kritik u.ä. per Post, per Mail, per Brieftaube

 

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